Angeln mit Wasserkugel: Erfolgreich am Forellensee

Schleppmontagen

 
 
 

Das Angeln mit Wasserkugel scheint ausgedient zu haben. Dabei ist sie nicht nur kostengünstig, sondern auch vielseitig. Dieter Schröder weiß, wie man sie auch heute noch mit Erfolg einsetzen kann.

Tremarella hier, Sbirolino dort – das Angeln am Forellensee hat sich gewaltig gewandelt. Ich möchte Euch die Wasserkugel wieder ins Gedächtnis zurückrufen und Ihnen die Vorzüge und die Einsatzmöglichkeiten dieses Bissanzeigers aufzeigen. Das Angeln mit Wasserkugel ist nämlich vielseitiger und effektiver, als sie vielleicht denken! Außerdem sind die Kugeln, verglichen mit den modernen Methoden, echt günstig!

Die Wahl der richtigen Wasserkugel

Die Form, Farbe und Größe spielt beim Angeln mit Wasserkugel eine wichtige Rolle. Die Kugeln sind nämlich nicht alle gleich und jede hat ihr spezielles Einsatzgebiet.

Form

Von der Form her können wir zwei Typen unterscheiden, nämlich runde und ovale Modelle. Für das stationäre Angeln mit Wasserkugel gebe ich den runden Modellen den Vorzug, für das bewegte Angeln den ovalen. Beide Formen lassen sich sowohl als Fest- als auch als Laufmontage montieren, ein weiterer Vorteil der Wasserkugel.

Farbe

Das Farbspektrum der Kugeln ist recht umfangreich: rot, grün, gelb, rotweiß, gelbrot oder durchsichtig. Damit können wir uns farbmäßig jederzeit den Erfordernissen anpassen. Allerdings sollten wir bei der Farbwahl bedenken, dass auch die Forellen, je nach Angelmethode, die Wasserkugel durchaus wahrnehmen. Also heißt es, möglichst eine Farbe zu wählen, die für uns Angler sichtbar ist, die Forelle aber nicht vom Biss abhält. Besonders dann, wenn der Köder nah an der Kugel präsentiert wird, ist das wichtig. Ideal sind dann eigentlich immer transparente farblose Modelle.

Größe

Auch bei der Größe haben wir eine reichhaltige Auswahl. Für das Angeln am Forellensee liegen die idealen Durchmesser zwischen 2,5 und 5 Zentimeter. Ich wähle die Größe meiner Wasserkugel nach der Wurfweite. Für das Angeln im Uferbereich und an kleinen Teichen kommen kleine Kugeln auf die Schnur. An größeren Teichen nutze ich meist die mittleren Modelle. Lediglich, wenn es an großen Teichen wirklich weit hinausgehen muss oder wenn starker Wind weht, montiere ich Modelle mit fünf Zentimetern Durchmesser.

Stationärangeln mit Wasserkugel

Schauen wir nun auf die Einsatzmöglichkeiten als Bissanzeiger und beginnen wir mit dem stationären Angeln. Entscheidend ist für mich beim stationären Angeln die richtige Bebleiung.

An der Oberfläche

Angele ich direkt an der Oberfläche, zum Beispiel mit Heuschrecken oder künstlichen Fliegen bzw. knapp unter der Oberfläche, benutze ich gar kein Blei. Ich ziehe die Wasserkugel auf die Hauptschnur und befestige am Ende der Schnur einen kleinen Wirbel. In diesen kommt dann ein 80 bis 150 Zentimeter langes Vorfach. Um auf Wurfweite zu kommen, fülle ich einfach Wasser in die Kugel. Sollte die Bissanzeige nicht sensibel genug sein, ziehe ich auf das Vorfach zusätzlich eine Pilotkugel. Beißen die Forellen so richtig vorsichtig, montiere ich die Wasserkugel frei laufend auf der Schnur.

Wasserkugel als Rasselpose

An manchen Tagen reagieren die Forellen sehr positiv auf Geräusche. In solchen Fällen nutze ich die Wasserkugel als Rasselpose. Ich fülle einfach etliche Bleischrote hinein. Sie erzeugen bei Wellengang Geräusche, und locken die Forellen an. Da allerdings die Bissanzeige dabei nicht sehr sensibel ist, klemme ich zwischen Wasserkugel und Wirbel noch einige Bleischrote auf die Hauptschnur. Der Köder sollte mit 40 bis 60 cm langen Vorfächern nah an der durchsichtigen Wasserkugel angeboten werden.

Im Mittelwasser

Bleischrote kommen bei mir auch auf die Hauptschnur, wenn ich im Mittelwasser auf Forellen angele. Auch hierbei fülle ich Wasser in die Kugel. Das Verhältnis Wasser zur Bleibeschwerung wähle ich 2 zu 1. Trägt also eine Wasserkugel zum Beispiel drei Gramm, so beschwere ich sie mit rund 2 Gramm, indem ich Wasser einfülle und für das restliche Gramm kommt Blei auf die Schnur.

In Grundhähe

Umgekehrt ist das Verhältnis, wenn ich in Grundnähe, meinen Köder anbiete. Hierbei macht das Blei rund zwei Drittel der Beschwerung aus. Um den Köder recht schnell auf Tiefe zu bekommen, ziehe ich ein kompaktes Tropfenblei auf die Schnur. Zwischen Wirbel und Blei fädele ich einen Stopper aus Silikon. So kann ich das Tropfenblei auf der Schnur verschieben und je nach Beißverhalten den Abstand zwischen Haken und Blei verändern. Meine Vorfachlängen liegen um die 50 Zentimeter.

Schleppen mit Wasserkugel

Auch zum Schleppangeln bietet sich die Wasserkugel an. Hierbei setze ich, wie erwähnt, mehr auf die ovalen Modelle. Allerdings sind kleine runde Modelle auch durchaus geeignet. Werfen wir wieder einen Blick auf die Bebleiung für die unterschiedlichen Tiefen, denn auch hier ist sie der Schlüssel für den Erfolg.

An der Oberfläche

Hier praktiziere ich drei Varianten. Nummer 1 setze ich ein, wenn ich mit schwimmendem Teig schleppe. Hierbei fülle ich die Kugel mit soviel Wasser, dass sie so gerade noch aus dem Wasser schaut. Damit der Teig unter der Oberfläche läuft, klemme ich vor den Haken ein Bleischrot. Die Vorfachlänge liegt zwischen 100 und 150 Zentimetern.
Angele ich mit sinkenden Ködern, wie Bienenmaden, so verzichte ich einfach auf das Blei vor dem Haken. Variante 3 ist die rasselnde Wasserkugel. Besonders beim Schleppen sorgen die Bleischrote in der Kugel für reichlich Geräusche. Das Vorfach ist 40 bis 60 cm lang. Als Wurfgewicht ziehe ich ein Glasgewicht auf die Schnur. Wenn ich den Köder extrem „laut“ präsentieren will, setze ich statt des Glasgewichtes eine entsprechend schwere Glasrassel ein.

Im Mittelwasser

Auch beim Schleppangeln im Mittelwasser macht der Einsatz einer Glasrassel durchaus Sinn. Die Montage sieht dann wie folgt aus: Ich fülle die Wasserkugel rund zur Hälfte mit Wasser, die Glasrassel wird freilaufend auf der Schnur montiert. Die Vorfächer werden entsprechend kurz gewählt.
Will ich „lautlos“ im Mittelwasser schleppen, setze ich ein normales Glasgewicht zur Beschwerung ein. Auch hierbei fülle ich Wasser in die Kugel, damit ich nicht ein zu schweres Glasgewicht einsetzen muss. Bei dieser Methode sind meine Vorfächer zwischen 80 und 120 Zentimeter lang. Beim Schleppen mit schwimmendem Teig kann man wiederum ein kleines Bleischrot vor den Haken klemmen.

In Grundhähe

Beim Angeln mit Wasserkugel in Grundnähe verwende ich wieder ein Tropfenblei, das frei auf der Schnur läuft. Das Bleigewicht sollte bei etwa 70 – 80 Prozent der Wasserkugel-Tragkraft liegen. Die restliche Tragkraft gleiche ich wieder durch Wasser in der Kugel aus. Die Vorfächer sind zwischen 80 und 120 Zentimeter lang.