Smartphones, Tablets, Computer und Co. gegen Angel getauscht

Angleridylle: Richard aus Wainsdorf beobachtet gespannt seine Pose.

 
 
 

Gröden. Beim Angel-Camp an den Grödener Trockenwerksteichen gibt es für junge Petrijünger eine große Portion Entschleunigung. Bereits zum 20. Mal hat das beliebte Treffen stattgefunden.

Wer sagt, dass Angeln langweilig ist, sollte die Teilnehmer des Angel-Camps um ihre Meinung fragen. Drei Tage stand das Thema im Fokus der angehenden Angler in Gröden. Für sie war es ein Abenteuer – ohne Smartphone, Tablet und Computer.

Im Team, unter Gleichgesinnten machte es erst richtig Spaß. Hier gab es für die Kinder und Jugendlichen aus dem Elbe-Elster-Kreis und aus Sachsen im Alter von 6 bis 17 Jahren die perfekte Möglichkeit, das Angel­abenteuer hautnah zu erleben. Das Freizeitangebot hatten die Mitglieder des Angelvereins Gröden/Merzdorf nun schon zum 20. Mal organisiert.

Etwa 40 Teilnehmer hatten sich am Wochenende rund um die Teiche am Trockenwerk verabredet. Die Wasserqualität in den Teichen ist trotz der hohen Temperaturen gut, wie es an Flora und Fauna zu erkennen war. Nach dem Aufbau der Zelte und anschließender kurzer Einweisung war es dann soweit. Die gestellte Aufgabe lautete, mit einer Angel Karpfen, Zwergwelse, Rotfedern und andere Friedfische zu fangen. Mit großen Erwartungen begaben sich die Petrijünger auf ihren ausgelosten Platz am Teich. Angelköder wurden in das Gewässer geworfen. Damit die Kids nicht im Trüben fischen, hatte der Kreisangelverband Fische gesponsert und in den Teich gesetzt. Von ihren Betreuern, den Anglern des Vereins, erhielten sie fachkundige Hinweise auf ihre Fragen, wie zum Beispiel: Welche Köder darf ich nutzen? Ist der Fisch zu klein, um ihn mit nach Hause zu nehmen? Warum muss ich beim Fischen leise sein? Auch Wurftechniken und der Umgang mit dem Kescher wurden geübt.

Gespannt beobachteten die Petrijünger die schwankenden im Wasser schwimmenden Posen. Hin und wieder tauchten sie auch schon mal kurz unter. Ein Zeichen dafür, dass sich ein Fisch am Köder zu schaffen machte. Hin und wieder wurden Fische herausgezogen.

Am Abend zeigten die Angler stolz ihre Fangergebnisse. Spätestens hier merkten sie, dass man nicht nur Haken mit Köder und Pose ins Wasser wirft und sofort ein Fisch am Haken hängt, sondern, dass man oft stundenlang darauf warten muss, bis ein toller Fisch anbeißt.

Am nächsten Morgen, nach einem reichhaltigen und wohlschmeckenden Frühstück, war Friedfischangeln angesagt. Karpfen, Schleie, Rotfedern und Zwergwelse wurden aus dem Teich gezogen. Der Fang wurde unter Anleitung von den Jugendlichen teilweise filetiert oder zum Räuchern vorbereitet. Andere wiederum ließen ihre Fische kühlen, um diese zu Hause präsentieren zu können. Im Verlaufe des Nachmittages waren Mütter und Väter zu einem Kaffeekränzchen gekommen. Bei Kaffee und Kuchen, aber auch beim Verkosten der frisch geräucherten Fische, schwärmten die Kinder und Jugendlichen von ihren Erlebnissen. Nach dem leckeren Abendessen folgte eine spannende und gruslige Nachtwanderung.

Am dritten Tag, nach dem viel zu frühen Wecken und einem leckeren Frühstück, auch wenn noch etwas verschlafen, wurde wieder geangelt und danach die Fangergebnisse ausgewertet. Die erfolgreichsten Teilnehmer bekamen kleine Präsente zum Abschluss.

Das Fazit der Betreuer: „Das 20. Jugend-Angel-Camp war eine rundum gelungene Veranstaltung. Die Teilnehmer waren begeistert. Sie lernten nicht nur ein wenig die Natur kennen, sondern auch sich selbst. Denn es ging unter anderem auch darum, sich in Ruhe und Geduld zu üben und natürlich auch den Fisch mit Sorgfalt und Respekt zu behandeln.“

Die Petrijünger waren sich einig. So könne es die ganzen Ferien weitergehen. Sich mit gleichgesinnten Angelfans austauschen und dem gemeinsamen Hobby nachzugehen. Es habe Spaß gemacht. Alles sei einfach Klasse gewesen und das auch ohne Handy und Tablet.