Das Angeln unterliegt einem strengen Regelwerk

Beitrag zum Bestandsschutz: Mitglieder des Fischereiverbandes an der Saar setzten kürzlich Jungaale in den Fluss.

 
 
 

Regionalverband Was die Petrijünger für den Naturschutz tun können. Und was das Gesetz ihnen verbietet. Ein Freizeitvergnügen, das auch Kritiker auf den Plan ruft.

Viele Angler verstehen sich als gut ausgebildete Naturschützer. Dies liegt zum einen daran, dass jeder Inhaber eines Fischereischeines das Fischereigesetz kennen muss. Zum anderen sieht der „Anglerkodex“ über das staatliche Regelwerk hinaus vor, dass jeder Fisch ein Lebewesen ist, das Respekt verdient.

Doch es gibt Tierschützer, die das Angeln kritisch sehen. Ihnen geht es um die Angelpraktik „Catch and Release“. Bei diesem Verfahren fängt der Angler einen Fisch, um ihn anschließend wieder frei zu lassen. Als Motivation steht häufig kein wissenschaftliches Interesse im Vordergrund, sondern ein Trophäenfoto, welches der Angler mit Fakten über Länge und Gewicht vervollständigt.

Eines ist aber unvermeidlich: Der Fisch muss sich zunächst am Angelhaken festbeißen und Stress aushalten, bis er wieder im Wasser ist.

Mittlerweile liegen wissenschaftliche Erkenntnisse vor, dass Fische Schmerzen spüren. Daher legt das Tierschutzgesetz fest, dass ein Fang nur legal ist, wenn ein Nutzen – sprich primär der Verzehr des Fisches – beabsichtigt ist. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass diese Art des Angelns verboten wurde – nachzulesen in Paragraph 17 des Tierschutzgesetzes.

Angelfans halten jedoch dagegen. Auch sie stützen sich dabei auf wissenschaftliche Erkenntnisse. Sie stammen von Dr. Robert Arlinghaus, einem Professor für Fischerei-Management. Der Angelwissenschaftler arbeitet am Leibnitz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei. Außerdem lehrt Arlinghaus an der Humboldt-Universität in Berlin.

Er stellt klar, dass er keine Probleme mit einer selektiven Entnahme von Fischen sieht, wenn eine gute ökologische Begründung vorliegt. Welcher Fisch wieder ins Wasser entlassen wird und welcher nicht, das entscheidet der Angler nicht allein nach seinen persönlichen Vorstellungen. Er muss sich an die Fischereigesetze halten, die klare Richtlinien vorgeben. Das gilt für Mindest- bzw. Maximalmaße der Tiere oder Schonzeiten – und damit bleibt dem Angler oft gar nichts anderes übrig, als den Fang wieder in die Natur zu entlassen.

Zur Debatte steht auch die Praktik des „Anfütterns“, also das bewusste Ausbringen von Ködern in einem Gebiet, in dem später geangelt werden soll. Diese Köder sollen dafür sorgen, dass es im Gewässer genug von den sogenannten Zielfischen gibt. Doch das zusätzliche Futter kann als künstliche Nährstoffe dem Gewässer schaden. Denn das vom Futter begünstigte Algenwachstum kann zu einem katastrophalen Sauerstoffmangel führen, wenn die Pflanzen absterben.

Andererseits erheben viele der hiesigen Angelvereine den Anspruch, sehr naturbewusst und nachhaltig zu arbeiten. Zum Beispiel engagieren sich Angler, indem sie in Baggerseen artenreiche Fischgemeinschaften ansiedeln. Damit wird der künstliche See zum natürlichen Ökosystem.

Beim Durchstöbern von Webseiten der saarländischen Vereine kann sich jeder selbst einen Eindruck von der Vielzahl der Projekte verschaffen. Deren Variationsbreite ist beeindruckend und erstreckt sich von der Renaturierung der Fließgewässer über den Bau von Fischtreppen bis hin zur Wiederansiedlung von Fischarten. Zudem hat sich die Mehrheit der Angelvereine in ihrer Satzung das Ziel gesetzt, die einheimischen Gewässer sowie den einheimischen Fischbestand zu pflegen.

Dies schließt die Ausbildung, Beratung und Förderung des Nachwuchses für einen sachgemäßen Umgang mit den Fischen sowie die Abwehr von schädlichen Einflüssen auf den Bestand mit ein.

Wie beispielweise der saarländische Fischereiverband. Er hat erst vor gut zwei Wochen 16 000 Jungaale ausgesetzt, um das Artensterben zu verhindern.

Außerdem überwachen und dokumentieren die Gewässerwarte und Pachtbesitzer die Entwicklung der Fanggebiete.