Der Steinbuckweiher bei Buchheim ist ein Kleinod für Angler

Geduldsache: Bei der Marcher Ferienaktion am Steinbuckweiher durften Kinder ihr Anglerglück erproben.

 
 
 

Früher war er ein Badesee, seit über zwei Jahrzehnten gehört er den Fischen: Der Steinbuckweiher bei Buchheim. Was der Marcher Fischereiverein alles tut, um dieses Kleinod zu erhalten.

Früher war er ein Badesee, seit über zwei Jahrzehnten gehört er den Fischen: Der Steinbuckweiher bei Buchheim. Das Gewässer unweit der Dreisam wird vom Fischereiverein March gepflegt, der das Gewässer von der Gemeinde übernommen hat. Was dort alles zu tun ist, wurde jetzt bei einer Aktion im Sommerferienprogramm der Gemeinde vorgestellt.

Dass Angeln bisweilen zur Geduldsfrage werden kann, erlebten die Ferienkinder, die einen Vormittag lang am Steinbuckweiher verbringen durften. Das Wetter ließ am Morgen noch zu wünschen übrig, doch die Aussichten waren gut, so dass sich Jugendzentrum und Fischereiverein schnell einig wurden, die Aktion durchzuführen. Die wetterfeste Kleidung brauchten die Kinder letztlich nicht lange. Eine Stunde nach Beginn war die Sonne wieder da und es wurde warm.

Die Pflege der Gewässer erfordert Einsatz

Seit vielen Jahren bietet der Fischereiverein March diesen Punkt im Ferienprogramm March, in dem die Kinder „Rund um den Steinbuckweiher“ ganz viel über das Angeln, aber auch über weitere Themen erfahren. Denn das Angeln als solches ist im Fischereiverein nur die Sahnehaube der Aktivitäten.

Viel Verantwortung und Arbeit haben die rund 120 Mitglieder des Vereins, rund die Hälfte davon Aktive sowie sieben Jungangler. In fünf Arbeitseinsätzen im Jahr kümmern sie sich um die Pflege der Gewässer in March. Und da gibt es viel zu tun. Die Ufer müssen regelmäßig ausgeschnitten werden, damit die Fische dort ihre Unterstände finden können. Die vom Verein ebenfalls betreuten Bäche müssen durchgängig gehalten werden. Der ganze Unrat, der im Jahreslauf in den Gewässern landet, wird von den Fischereimitgliedern nicht nur am Tag des Waldputzes herausgeholt und fachgerecht entsorgt. Auch das Gelände rund um den See macht Arbeit, denn das Gras muss regelmäßig geschnitten werden.

„Jeder Tag ist ein Anglertag, doch nicht jeder Tag ist ein Fangtag.“
Hartmut Meyer, Fischereiverein March

Für die Ferienkinder war die Erfahrung, eine Angel mit Made an der Schnur ins Wasser zu halten, sehr spannend. Richtig aufregend wurde es, wenn auch ein Fischlein anbiss. Wenn nicht, wurde es dem einen und anderen Kind auch schnell mal langweilig. Hartmut Meyer, Ausbilder im Verein, meinte dazu schmunzelnd: „Jeder Tag ist ein Anglertag, doch nicht jeder Tag ist ein Fangtag“.

Im Verein gibt es aktuell nur eine weibliche aktive Anglerin

Hanna aus Holzhausen war schon das zweite Mal am See dabei und genoss die Stunden, auch wenn die meiste Zeit nur die Made gebadet wurde oder sich die Angelschnur verhedderte. Wenn der Schwimmer dann abtauchte, wurde die Spannung groß und kurz darauf zappelte auch schon ein kleiner Fisch am Haken, manchmal aber auch nur ein Stück Holz. Da war dann Hilfe eines Betreuers nötig, der den Fisch vom Haken holte und wieder ins Wasser zurückbeförderte oder das Holz entfernte. Denn Fische, die nicht das erforderliche Mindestmaß haben, dürfen weiterleben.

Im Verein gibt es aktuell nur eine weibliche aktive Anglerin, wie der Vorsitzende Daniel Riebsamen berichtet. „Bei den Ausbildungen sind oft mehrere Frauen dabei“, so Hartmut Meyer. Aber meist gehe es den Frauen nur darum, sich das Fachwissen anzueignen, um bei den Angeltagen mit ihren Männern nicht in Langeweile zu versinken.

Um Angeln zu dürfen braucht man einen Angelschein und der setzt eine Menge Fachwissen voraus, wie die Fischkunde oder Gewässerkunde. Auch das fachgerechte Töten eines Fisches gehört dazu, denn es will gelernt sein, um nicht zum Tierquäler zu werden. Nach 30 Unterrichtsstunden kann man die Prüfung ablegen. Erst mit deren Bestehen darf man dann auch in Eigenverantwortung eine Angel am Gewässer bedienen.

Die Ausbildung für den Angelschein bietet Hartmut Meyer in March für ein großes Umfeld an. Die Schulungsteilnehmer kommen von Müllheim bis Offenburg.

Um bei den Kindern keine Langeweile aufkommen zu lassen, hatte Ottmar Scherer, Jugendleiter des Fischereivereins, noch weitere Aktivitäten vorbereitet. So durften die Kinder auch ein Insektenhotel bauen. Sie erfuhren eine Menge über die unterschiedlichen Fischarten und Kleinstlebewesen am und im Bach sowie deren Wichtigkeit für das ganze ökologische System. Von Gewässerkunde und dem Wasser müssen die Angler einiges verstehen.

So verändert der Klimawandel die Gewässerökologie

Der Klimawandel macht auch dem Steinbuckweiher zu schaffen. Wenn die Wassertemperatur zu sehr ansteigt, was laut Riebsamen in den vergangenen Jahren immer öfter der Fall sei, wird dies zum Problem für die Fische, da dann der Sauerstoffgehalt im Wasser sinkt. Gewässerwart Ralf Morath kontrolliert deshalb im Sommer zwei- bis dreimal in der Woche die Wasserqualität. Wenn nötig, wird dann die Umwälzpumpe eingeschaltet, die mehr Sauerstoff in das Wasser befördert. Teilweise wurde der See auch schon fürs Angeln gesperrt, um alles zu vermeiden, was der Wasserqualität schaden könnte. Der Münstudsee bei Neuershausen wurde aus diesem Grund mit Solarzellen ausgestattet, die den nötigen Strom für den Betrieb der dortigen Umwälzpumpe liefern.

Im nächsten Jahr wird der Fischereiverein 50 Jahre alt. Vermutlich wird dann am Steinbuckweiher gefeiert.