Warum Angeln voll im Trend liegt

Angeln schweißt zusammen, ist die ideale Freizeitbeschäftigung für Großeltern und Enkel – auch wenn kein dicker Fisch ins Netz geht.

 
 
 

Einfache Angler-Logik: Fische können besser riechen als sehen, deshalb muss der Köder mit Duftstoffen versetzt sein. Gleich drei „Höhle der Löwen“-Investoren bissen kürzlich auf VOX bei der Köder-Erfindung eines Apothekers an.

Kein Wunder! Carsten Maschmeyer und Co. haben häufig ein feines Näschen für Trends. Und Angeln erlebt derzeit einen absoluten Boom bei Jung und Alt – auch wenn Tierschutzorganisationen wie PETA dagegen Sturm laufen.

Angel-Boom dank YouTube und Co.

Knapp fünf Millionen Hobbyfischer sind in Deutschland registriert, allein der Fischereiverband NRW zählt 70.000 Angler, darunter sogar 20.000 Kinder und Jugendliche.

„Der Angel-Boom bei vielen Jugendlichen ist auch dadurch zu erklären, dass auf YouTube oder Instagram darüber viel in Tutorials berichtet wird“, glaubt Heinz Galling, Moderator der NDR-Sendung „Rute raus, der Spaß beginnt.“

Seit knapp neun Jahren geht er auf Quotenfang – und 300.000 Zuschauer beißen bei jeder Folge an. Nicht schlecht für ein Nischenprogramm. Denn die Sendung zeigt das, was Angler so lieben: Nicht immer geht ihnen ein großer Fisch ins Netz, aber sie haben Spaß.

Nicht nur der Fang zählt

„Ich bin Rentner, mehrmals die Woche ab sechs Uhr morgens am Rhein“, sagt zum Beispiel Peter und präsentiert stolz eine Rotfeder. „Das ergibt eine leckere Mahlzeit.“

Aber genauso wichtig sei ihm eigentlich die Atmosphäre, drei bis vier Stunden Auszeit, nur unterbrochen durch ein bisschen Fachsimpeln mit Kollegen.

PETA mit großer Anti-Angel-Kampagne

Peter ist die Ruhe in Person. Doch für die Tierschutzorganisation PETA sind Peter und die anderen Petrijünger Tierquäler. Sie startete jetzt die Aktion „Angler in Sicht“ und forderten Sympathisanten auf, Angler mit Steinen zu bewerfen oder ihnen den Fang zu stehlen.

„Der PETA-Aufruf ist absoluter Blödsinn und in meinen Augen geradezu kriminell“, regt sich Moderator Galling auf. „Wer einen Fisch selbst aus dem Wasser holt, ihn ausnimmt und zubereitet, weiß, woher das Essen kommt, das später auf dem Teller liegt. Der Fisch, den wir fangen, braucht nicht gefüttert, verpackt und transportiert zu werden. Es gibt keinen Beifang. Das ist die perfekte Ökobilanz.“

Zehntausende Angler unterzeichnen Petition

Der Deutsche Angelverband holte angesichts der Vorwürfe zur Gegenmaßnahme aus – und wird eine Petition beim Deutschen Bundestag einreichen mit dem Ziel, die Gemeinnützigkeit von PETA abzuschaffen. Zehntausende Angler haben unterzeichnet.

Aber: Was ist eigentlich erlaubt – und wo sollten Angler hierzulande in der Tat Zurückhaltung üben?

Nicht alle Fische dürfen gefangen werden

Jeder, der das 18. Lebensjahr vollendet hat und die Erlaubnis hat, kann die Angel auswerfen. Für Kinder bis zum zehnten Geburtstag gibt es die Möglichkeit, bei einem erwachsenen Fischereischeininhaber „mitzuangeln“.

Nur beim Abhaken, Betäuben und Töten sollten die Erwachsenen einschreiten, damit der Fisch nicht unnötig leiden muss, so der NRW-Verband.

Man darf längst nicht jeden Fisch angeln. Einige Fisch stehen auf der Roten Liste, zum Beispiel der Lachs oder auch die Schnäpe. Ansonsten gibt es für spezielle Fischarten wie Hecht und Zander Schonzeiten.

Die wichtigsten Schonzeiten

In diesen Zeiten laichen die Fische meist, erklärt der Fischereiverband NRW. Auch dem Aal, dessen Bestände sehr bedroht sind, sollte man eine Ruhepause gönnen, rät Galling.

Aber er betont noch mal, dass nicht dem Angler der Rückgang der Bestände angekreidet werden könne. „Erderwärmung, Umweltverschmutzung, Wasserkraftanlagen, illegaler Handel mit Glasaal, Verbauung der Gewässer, der Kormoran – alles spielt eine Rolle.“