Senftenberger wollen am Stadthafen legal Fische fangen

Senftenberger Stadthafen

 
 
 

Angler wollen am Senftenberger See auch am Stadthafen legal Fische fangen. Das nämlich ist bisher verboten. Nun suchen sie nach einer Lösung mit Ostseecharakter.

Hecht, Barsch, Zander. Die Freude ist groß, wenn Markus Duschka (32) und sein Kumpel Uwe Heßner (60) am Senftenberger Stadthafen Fische wie diese aus dem Becken holen. Doch der Angelsport ist hier verboten. Trotzdem machen sie es, räumen sie freimütig ein. „Ja, wir umgehen das Verbot und angeln dennoch am Hafen. Allerdings beschränken wir das auf die frühen Morgen- und späten Abendstunden, um andere Benutzer nicht zu belästigen“, sagt Angelfreund Markus Duschka. Dennoch käme es immer wieder zu verbalen Auseinandersetzungen mit den Mitarbeitern der Hafenmeisterei.

Fast jedes Wochenende halte er seine Rute vom hinteren Teil der Hafenbrücke ins Gewässer. Anschließend, so versichert er, werden die Plätze wieder ordentlich und sauber verlassen. Sogar den fremden Müll sammle er gemeinsam mit seinem Angelkumpel ein. Und Nutzer, die es mit Ordnung, Sauberkeit und Ruhezeiten am Hafen nicht so genau halten, würden durch die Anwesenheit der Angler abgeschreckt. „Somit kann man festhalten, dass weder die anderen Nutzer belästigt oder die baulichen Einrichtungen durch uns beschädigt werden“, sagt Markus Duschka. Ein weiteres Angel-Argument aus seiner Sicht: die gute Erreichbarkeit. „Der Hafen stellt einen behindertengerechten Angelplatz dar, welcher so am Senftenberger See noch nicht vorhanden ist.“

Angelverbot am Senftenberger Stadthafen

Fakt ist jedoch, dass am Stadthafen seit seiner Einweihung vor gut sechs Jahren ein Angelverbot existiert. Weder das Brandenburger Landesumweltamt noch die untere Fischereibehörde haben das Areal als Angelstelle ausgewiesen – aus dieser Tatsache heraus ist das Angeln verboten, erläutert Dana Hüttner, die Sprecherin des betreibenden Zweckverbandes Lausitzer Seenland Brandenburg (LSB).

Am Senftenberger See gibt es fünf Angelplätze: am Gaumensegel, in Buchwalde am FKK-Strand, in der Nähe des Amphitheaters und des Hafencamps in Großkoschen sowie bei Niemtsch. Das Fischereirecht am Senftenberger See hat Fischer Gunther Sell. „Er ist berechtigt, Angelscheine auszugeben und bestimmte Regelungen zu treffen“, erläutert Verbandssprecherin Dana Hüttner. Für die Regeln im kommenden Jahr stimmen sich ihr zufolge derzeit der Fischer, die untere Fischereibehörde, der Zweckverband LSB und der Anglerverband ab. „Die Angler können sich gern über den Regionalanglerverband Senftenberg einbringen“, schlägt Dana Hüttner vor.

Angler wünschen sich Dialog mit Verantworlichen

In der Tat, die Petrijünger um Markus Duschka wünschen sich einen Dialog mit den Verantwortlichen, um eine gemeinsame Lösung zu finden. Einen Vorschlag haben sie schon im Kescher: Wie auf vielen Brücken in den deutschen Ostseebädern sollte das Angeln zur späten Stunde bis in die frühen Morgenstunden auch auf dem Steg am Senftenberger Hafen erlaubt sein, schlägt Duschka vor. Von 20 bis 9 Uhr morgens wäre seiner Meinung nach ideal – auch das Verbot außer­halb der Saison könnte Duschka zufolge aufgehoben werden. „Das muss jetzt auf den Tisch, dann kann man eine Lösung erarbeiten.“