Nach Hinweisen von PETA: Veterinäramt entzieht „Angelparadies Steinbachtal“ in Breckerfeld die Betriebserlaubnis

Angelparadies Steinbachtal

 
 
 

Wettangeln verstößt gegen das Tierschutzgesetz

Angeln verboten: Dem „Angelparadies Steinbachtal“ in Breckerfeld wurde vergangenen Donnerstag durch eine Verfügung vom Veterinäramt Ennepe-Ruhr-Kreis die Betriebserlaubnis entzogen. Der Grund dafür waren wiederholte Hinweise auf bereits durchgeführte Wettangelveranstaltungen – auch von PETA. Für den 24. November war ebenfalls wieder ein Forellenwettfischen geplant. Wettangeln ist kein vernünftiger Grund im Sinne von § 1 Tierschutzgesetz, der vorliegen muss, um in Deutschland ein Wirbeltier zu töten. Eine Strafanzeige der Tierrechtsorganisation an die Staatsanwaltschaft Hagen wird noch diese Woche versandt. PETA lobt die Initiative des Veterinäramtes und fordert andere Ämter dazu auf, diesem Beispiel zu folgen und alle Parks zu schließen, in denen Wettangeln oder Catch and Release stattfindet.

„Heute wissen wir, dass ein Fisch ein Jemand ist und kein Etwas. Daher ist es unethisch, sie wie Wettkampftrophäen und Spielzeug zu behandeln“, so Dr. Tanja Breining, Meeresbiologin und Fachreferentin für Fische und Meerestiere bei PETA. „Wir hoffen sehr, dass andere Veterinärämter dem Beispiel in Ennepe-Ruhr folgen werden.“

Hintergrundinformationen

Fische haben Gefühle, ein komplexes Sozialleben und schließen teils enge Freundschaften. Manche Fische singen wie Vögel in der Morgendämmerung im Chor, andere schützen ihre Jungen, indem sie den Nachwuchs bei Gefahr in den Mund nehmen oder wochenlang die Eier bewachen. [1] Vor allem aber: Sie spüren Angst, Stress und Schmerz. Neben internationalen wissenschaftlichen Studien kommt auch das Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, in seiner Stellungnahme für die Bundesregierung zu dem Fazit, dass „Fische zur Schmerzwahrnehmung fähig sind und entsprechend als sensible Lebewesen behandelt und geschützt werden sollten.“ [2]

PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass wir sie essen. Die Organisation spricht sich grundsätzlich gegen jegliche Fischerei aus, auch gegen das Angeln und unterstützt gemeinsam mit mehr als 150 Organisationen die Weltkampagne zur Abschaffung von Fischerei und Aquakultur. [3] Der Kampf gegen die mit dem Angeln einhergehende Tierquälerei hat prominente Unterstützer. Der Ex-Beatle Sir Paul McCartney beschreibt sein erstes und einziges Angelerlebnis folgendermaßen: „Vor vielen Jahren war ich einmal angeln. Als ich den armen Fisch einholte, wurde mir klar, dass ich dabei war, ihn zu töten – nur für eine vergängliche Gaumenfreude. Da hat irgendetwas in mir klick gemacht. Als ich sah, wie er nach Atem rang, wusste ich, dass ihm sein Leben in diesem Moment genauso wichtig war wie mir meines.“ Auch Albert Schweitzer schreibt in seinen Lebenserinnerungen, wie sehr ihn die sich beim Angeln am Haken windenden Würmer und das Töten der Fische in seiner Kinderseele erschüttert haben. Nach zweimaligem Angeln habe er die Belastung nicht mehr ausgehalten und aus Mitgefühl versucht, andere vom Angeln abzuhalten. Joaquin Phoenix wurde nach einem Angelausflug als Kind mit seiner Familie zum Veganer.