Kalksandsteinsee in Stevede: Paradies für Angler und Naturfreunde

Fischereiverein kauft einen Teilbereich vom Kalksandsteinsee
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Coesfeld. Von einer wilden Bademeile hat sich der Kalksandsteinsee in Stevede in ein Paradies für Angler verwandelt. Der Sportfischereiverein hat den See seit 1974 gepachtet. Um dort die Angelmöglichkeiten dauerhaft zu sichern, hat sich der Vorstand entschlossen, einen Teil des Geländes zu kaufen.

Vorsitzender Hubert Rietmann betont: „Wir freuen uns sehr, dass wir nun vom Pächter zum Eigentümer werden.“ In einer Vollversammlung des Vereins soll dieser Schritt demnächst präsentiert werden. In enger Abstimmung mit der Stadt Coesfeld habe der Vorstand dieses Projekt auf den Weg gebracht, so Hubert Rietmann.

Der Sportfischereiverein ist jetzt Eigentümer von zwei Dritteln des 25 Hektar großen Areals. Die gesamte Wasserfläche des bis zu 22 Meter tiefen Baggersees ist 14,5 Hektar groß. Ein Drittel der Fläche in Stevede bleibt zunächst in Besitz des Baustoff-Unternehmens Xella. Dort werde zurzeit noch Bausand durch die Firma Boer aus Münster abgebaut.

Danach plane der Fischereiverein, auch den restlichen Bereich des Kalksandsteinsees käuflich zu erwerben und für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Es gebe bereits ein Vorkaufsrecht. Hubert Rietmann: „Wir wollen dann ein Areal zur stillen Erholung anbieten.“ Christian Reiberg, 2. Kassierer des Vereins, ergänzt: „Wir träumen von einer Aussichtsplattform, von der aus die Besucher später die ganze Pracht des Sees einschließlich der wunderbaren Vogelwelt beobachten können.“ Denn Uferschwalben statten in riesigen Kolonien dem See regelmäßig einen Besuch ab. Ein Landschaftsplaner soll Vorschläge unterbreiten. Ein eigener Eingang soll für diesen Bereich geschaffen werden. Auch der Stadt sei es wichtig, der Öffentlichkeit den See in einem Teilbereich weiterhin zugänglich zu machen, wie der zuständige Fachbereichsleiter Ludger Schmitz sagt. Über das Thema werde noch im Fachausschuss beraten.

Heute zählt der Verein 300 Mitglieder, die jedes Jahr mindestens fünf ehrenamtliche Arbeitsstunden leisten, um den See und sein Umfeld in ein Naturparadies zu verwandeln. Christian Reiberg betont: „Wir setzen dabei auf Renaturierung und Nachhaltigkeit.“ Im Uferbereich werden Flachwasserzonen geschaffen, damit die Fische dort gut laichen können und vielen weiteren Tieren und Pflanzen ein Zuhause bieten. Totholz von Bäumen, die aus Sicherheitsgründen rings um das Ufer gefällt wurden, findet sich im Wasser. Im Gewässer tummeln sich Zander, Brassen, Barsche, Hechte, Aale und auch Moderlieschen. Rietmann: „Alles soll sich selbst regulieren.“ Aber nicht nur Fische fühlen sich im Gewässer wohl. Auch zahlreiche Kröten, Stockenten, und Blesshühner haben dort ihren Lebensraum. Eisvögel, Schilfrohrsänger und Haubentaucher sind auf dem Areal heimisch. Die Wasserqualität sei sehr gut. Nach den beiden heißen Sommern in 2018 und 2019 habe sich der See gut erholt. Viel Wild wechsele vom Kuhlenvenn zum Kalksandsteinsee. Vereinsmitglied Marc Seesing hat am Ufer Bienenvölker angesiedelt. „Auch das ist unser Beitrag zum Umweltschutz“, sagt Rietmann und ergänzt: „Wir haben ein eigenes kleines Naturschutzgebiet geschaffen.“ Die Mitglieder des Fischereivereins genießen es, an ihrem Lieblingsplatz am Ufer zu sitzen und in aller Ruhe in einer idyllischen Landschaft zu angeln.